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Morphologie Sproß
 
Einen Sproß besitzen nur Sproßpflanzen (Cormophyten), in typischer Ausführung bestehend aus den beiden Grundorganen Wurzel und beblättertem Sproß (z. B. Farne, Samenpflanzen)
Keinen Sproß dagegen besitzen Lagerpflanzen (Thallophyten), sie sind im Gegensatz zu den hochentwickelnten Cormophyten im Aufbau wesentlich einfacher (z. B. Bakterien, Algen, Pilze, Flechten, Moose)
Der Aufbau eines Sproßes besteht immer aus den gleichen Teilen. Man kann aber die Sproßachen in unterschiedliche Arten unterteilen: krautige Sproßachsen (Stengel, Schaft, Halm) und verholzte Sproßachsen (Stam, Ast, Zweig).
Der Sproß hat 5 Grundfunktionen, er kann aber auch zusätzliche Funktionen übernehmen. Damit er das kann verändert er sich, man spricht von Sproßmorphosen. Es gibt Knolle, Zwiebelknolle, Zwiebel, Rhizome, Ausläufer, Sproßranken, windende Sprosse, Spreizklimmer, Sproßdornen, Assimilationssproß, Phyllokladien und Platycladium.
 
Aufbau eines Sprosses up Biologie Floristik
Nodien ( lat. nodus = Knoten; Ansatzstellen der Blätter, deutlich verdickt bei Nelken und Gräsern)
Internodien (Zwischenglieder; lat. inter = dazwischen; befinden sich zwishcen den Nodien, ihre Länge kann ganz unterschiedlich sein. Bei Rosettenpflanzen (Primel) unterbleibt die Streckung der Internodien. Die Sproßachse ist so stark gestaucht, daß die Blätter scheinbar alle der Basis entspringen. Beim Zyperusgras folgen auf ein langgestrecktes Internodium viele dicht zusammensitzende Knoten, die die schopfartige Beblätterung bilden.)
Hypokotyl (girech. hypo = unter, kotyledo = Keimblatt; ist der Sproßabschnitt, der als erstes Internodium unter den Keimblättern liegt. Es kann in manchen Fällen stark anschwellen und zum Speicherorgan werden (Rote Rüben, Radieschen). Der unterste Teil des Hypocotyls wird als Wurzelhals bezeichnet.
Knopsen
 
Arten der Sproßachse up Biologie Floristik
krautige Sproßachse (Stiel)
einjährige- und zweijährige Pflanzen, Stauden
meist grünlich oder rötlich gefärbt und von mehr oder weniger saftiger Beschaffenheit
Stengel - beblätterter und verzweigt
- in Nodien und Internodien gegliedert
- am Ende des Stengels befindet sich Blatt- oder Blütenknospe
Sommeraster, Ringelblume, Löwenmaul, Nelke
Schaft - an seinem Ende bildet sich ein blütenstand oder eine Blüte und vielfach Hochblätter tragend
- er besitzt weder Blätter noch Seitentriebe
- bei einigen Pflanzen ist er hohl
- an der Basis sind jedoch Laubblätter
Primel, Gerbera, Alpenveilchen, viele Zwiebelblumen und Rosettenpflanzen
Halm - beblättert und unverzweigt
- bei Süßgräsern rund und dann meist innnen hohl
- bei Sauergräsern dreikantig und mit Mark gefüllt und die Nodien sind deutlich sichtbar durch stark verdickte Querscheidewände
- bei beiden sind die Nodien von Blattscheiden umgeben und enden mit Blütenständen
Gräser
verholzte Sproßaches
meist grau-braun gefärbt, junge Sptosse sind beim Austrieb zunächst krautig , verholzen dann aber bald
Stamm, Ast, Zweig - durch Einlagerung von Holzstoffen werden die zunächst krautigen Sproßachsen besonders fest und stabil
- das Sproßsystem besteht aus Lang- und Kurztrieben
- Langtriebe weisen gestreckte Internodien auf und können unbegrenzt wachsen, sie tragen meist nur Blätter
- Kurztriebe sind gestaucht und innerhalb einer Vegetationsperiode oft nur beschränkt wachstumsfähig, sie tragen Blätter und Blüten
Baume, Sträucher, Halbsträucher

Eiche, Hortensie
 
5 Grundfunktionen des Sprosses up Biologie Floristik
Durch seinen Wuchs und seine Wuchsrichtung bringt der Sproß die Blätter und Blüten in günstige stellung zum Licht bzw. im Luftraum.
Die Sprosse transportieren Wasser und in diesem gelöste Nährsalze von den Wurzeln in alle oberen Teile der Pflanze. Umgekehrt leiten sie aber auch die in den Blättern gebildeten Stoffe (Assimilate) abwärts an alle Stellen, wo sie gebraucht, verbraucht oder gespeichert werden.
Träger der Blätter und Blüten (in den meisten Fällen)
Abgetrennte Sproßteile können bein einigen Pflanzen (z. B. Pelargonien, Hortensien, viele Stauden) Wurzeln bilden und dienen der sprossenden = vegetativen Vermehrung.
Die Aufgaben der Sprosse bleiben weitgehend auch bei den Schnittblumen erhalten. Deswegen muß der Florist bemüht sein, Beschädigungen (z. B. Zusammenquetschen des Sprosses) weitgehend zu vermeiden, um eine arttypische Lebensdauer garantieren zu können.
 
Metamorphose Knolle (Sproßknolle) up Biologie Floristik
Abweichung:
Verdickte, hartfleischige, angeschwollene Sproßachse, die Blätter, Blüten und Knospen tragen.
Bei Kartoffeln = unterirdische verdickte Steiensprosse.
Aufgabe:
Sie dienen als Überwinterungsorgan und Speicherorgan.
Beispiele:
Alpenveilchen, Gloxinien, Knollenbegonien
 
Metamorphose Zwiebelknolle up Biologie Floristik
Abweichung:
Knollig verdickter Sproß mit einigen untereinander verwachsenen Hüllblättern, so daß er äußerlich einer Zwiebel ähnelt.
Aufgabe:
Sie dient als Überwinterungsorgan.
Beispiele:
Gladiole, Krokus, Sauerklee, Montbretien
 
Metamorphose Zwiebel up Biologie Floristik
Abweichung:
Besteht aus gestauchter Sproßachse (Zwiebelboden, -kuchen, -scheibe) und zu Speicherorganen umgewandelten Laubblättern (Zwiebelschale, Niederblätter) an denen die Wurzeln kranzförmig angeordnet sind. In den Achseln der Schalen wachsen neue junge Zwiebeln. Im Gegensatz zur Knolle ist bei der Zwiebel im Herbst die Blüte für das kommende Jahr bereits fertig ausgebildet.
Aufgabe:
Sie dienen als Überwinterungs- bzw. Übersommerungsorgan. Die Blüte treibt rasch durch Wärmebehandlung nach vorheriger notwendiger Kälteeinwirkung.
Beispiele:
Tulpe, Narzisse, Hyazinthe
 
Metamorphose Rhizome
(Wurzelstock, Erdsproß, Erdstämme)
up Biologie Floristik
Abweichung:
Unterirdische Sproßachsen mit gestauchten Internodien. Bei einigen Pflanzen breiten sie sich durch Verzweigung waagerecht flächig aus. Während ältere Teile absterben, werden neue Seitentriebe gebildet. Im Unterschied zur Wurzel bilden sich an ihm jedoch Knospen, Schuppenförmige, fadenlose Niederblätter und sproßbürtige Wurzeln, auch der innere Bau ist anders.
Aufgabe:
Rhizome können zur Vegetativen Vermehrung genutzt werden und sind speiherorgan, wodurch ungünstige Lebensbedingungen überbrückt werden können.
Beispiele:
Maiglöckchen, Schwertlilie, Buschwindröschen, Schiefteller
 
Metamorphose Ausläufer (Stolonen) up Biologie Floristik
Abweichung:
Dünne ober- oder unterirdische Seitensprosse mit langen Internodien, die sich aus der Stengelbasis entwickeln. Sie bilden Triebknospen aus denen Jungpflnazen entstehen und Sproßbürtige Wurzeln.
Aufgabe:
Sie dienen der Vegetativen Vermehrung. Nach dem Einwachsen der Jungpflanzen im #Erdboden stirbt die verbindende Sproßachse ab, da die Jungpflanze nun selbständig ist.
Beispiele:
oberirdisch:
Grünlilie, Judenbart, Erdbeeren
unterirdisch:
Quecke, Giersch
 
Metamorphose Sproßranken up Biologie Floristik
Abweichung:
Es sind Klettersprosse, die sich nicht seltbst tragen können. Sie haben lange Internodien und sind mit Greiforganen (Ranken = Achsenfadenranken, z. T. auch jHaftscheiben = Selbstklimmer) ausgestattet und können Stützen aller Art umfassen (Kletterhilfen)
Aufgabe:
Bringt die Pflanzeteile zum Licht.
Beispiele:
Weinrebe, Wilder Wein, Passionsblume
 
Metamorphose windende Sprosse up Biologie Floristik
Abweichung:
Es sind Klettersprosse, die sich nicht selbst tragen können. Sie haben sehr lange Internodien und können sich links- oder rechtswindend an Stützen aller Art herumwinden.
Aufgabe:
Bringt die Pflanzeteile zum Licht.
Beispiele:
Linkswinder: Bohnen
Rechtswinder: Hopfen
 
Metamorphose Spreizklimmer up Biologie Floristik
Abweichung:
Klettern zum Licht empor mit Hilve von:
- wiederhakenähnlichen Seitensprossen
- starren Klimmhaaren
- Stacheln oder Emergenzen
- Dornen
Aufgabe:
Bringt die Pflanzeteile zum Licht.
Beispiele:
Solanum dulcamara, Klebkraut, Brombeere, Bougainvillea
 
Metamorphose Sproßdornen up Biologie Floristik
Abweichung:
Umgewandelte Seitensprosse (Kurztriebe). Dornen stehen, im Gegensatz zu Stacheln, mit den Leitbündeln der Sproßachse direkt in Verbindung und sind fest mit ihr verwachsen (Stacheln sind Ausstülpunken der Oberhaut, die sich durch leichten Druck beseitigen lassen, z. B. Rosen). Je trockener der Standort einer Pflanze ist, desto stärker ist die Ausbildung von Dornen.
Aufgabe:
Schutz gegen Tierfraß und vor zu starker Verdunstung.
Beispiele:
Sanddorn, Feurdorn, Schlehe, Christusdorn
 
Metamorphose Assimilationssproß
(Stammsukulente Pflanzen; lat. succulentus = saftig)
up Biologie Floristik
Abweichung:
Der Sproß verdickt und dient als Wasserspeicher, das Gewebe ist fleischig und saftig. Da die blätter der Pflanze häufig zu Dornen umgewandelt sind, übernimmt der Sproß die Photosynthese, da er viel Chlorophyll enthält.
Aufgabe:
Anpassung an Trockenstandorte als Wasserspeicher und Photosynthese Betreiber.
Beispiele:
Kakteenarten, Euphorbienarten, Besenginster
 
Metamorphose Phyllokladien up Biologie Floristik
Abweichung:
Balttartig verbreitete Seitensprosse.
Aufgabe:
Sie übernehmen die Photosynthese, da die Blätter der Pflanzen häufig zu Dornen oder kleinen Schuppen umfunktioniert sind. An ihnen entstehen die Blüten
Beispiele:
Mäusedorn, Asparagus
 
Metamorphose Platycladium up Biologie Floristik
Abweichung:
Blattartig abgeflachter Hauptsproß.
Aufgabe:
Er übernimmt die Photosynthese.
Beispiele:
Feigenkaktus, Weihnachskaktus
 
     
Gestaltung Morphologie Wurzel   Fortsetzung folgt!
     
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