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Gestaltung
 
Formenlehre Farbenlehre Anordnungslehre Praktische Arbeiten
 
Formenlehre
 
Eine Form ist eine am Umriß erfaßbare Einheit. Ehe man mit Formen ein neues harmonisches Gefüge gestalten kann, muß man sich mit Formen unter den verschiedensten Aspekten beschäftigen.
Die Formenlehre hat folgende Ziele:
- Formen sehen und beschreiben können
- die Ansprüche der Formen und ihr besonderes Wesen erkennen, um sie bei Gestaltungen richtig auszuwählen und anordnen zu können.
- das Vorstellungsvermögen hinsichtlich der Formen zu erweitern, um kreativ mit ihnen umgehen zu können.
 
up Grundformen Jede noch so kompliziert erscheinende Form kann man in einfache Einzelformen zerlegen, oder in klare geometrische Umrißformen einpassen. Die Grundformen sind: Rechteck, Dreieck und Kreis.
 
up Bewegungsformen Vor allem gewachsene Formen lassen in der Form eine Bewegung erspüren, und zwar in der Wuchsrichtung.
Die Betrachtung einer Form nach der enthaltenen Bewegung ist für das Verständnis der Eigenart der Form und ihrer Beachtung beim Gestalten sehr wichtig. So können die Bewegungen aufstrebend, aufstrebend sich entfaltend, ausschwingend, abfließend, lagernd-flächenbildend, lagernd-sammelnd, gewunden oder brüchig
 
up Individualität - Charakter und Wert Es ist wichtig, das Typische, die Individualität der Pflanze (Blüte) zu erkennen, um sie beim Arrangieren zu erhalten, da von ihr die Wirkung ausgeht. Die Individualität setzt sich aus Charakter (Wesen) und Wert zusammen.
Die Individualität wird in 3 Wertstufen unterteilt. In der 1. Wertstufe sind Herrschaftsformen und Edelformen, in der 2. Wertstufe werden Geltungsformen und Prunkformen zusammengefaßt, in der 3. Wertstufe sind Gemeinschaftsformen und verbindende Persönlichkeiten.

 
up Gestalterische Folgerungen Wesensmäßige Zuordnung (Gleichheit des Charakters + Jahreszeit)
Landschaftliche Zuordnung (Gleiche Vegetationszone + Jahreszeit)
Wertmäßige Zuordnung (Gleiche Wertstufe)
 
 
Farbenlehre
 
Die Beschäftigung mit Farben gehört für den Floristen zu den Grundlagen der Gestaltung, da auch sie den Charakter einer Blume bestimmen. Die harmonische Abstimmung der Farben und die Anordnung der Farbe in einer floristischen Arbeit bestimmen einen großen Teil des Gesamteindruckes.
 
 
up Was ist Farbe ? Wie kommt es, daß der Mensch Farben sehen kann?
up Farbordnungen Das Wissen über die Farben und ihre Wirkung auf die Umwelt wurde von vielen Künstlern und Wissenschaftlern untersucht und dokumentiert. Auf den Erkenntnissen von Newton, Goethe, Runge, Frauenhofer, Ostwald und Itten beruht die heutige Farbenlehre. Sie unterscheidet zwischen Grundfarben, Mischfarben 1. Ordnung, Mischfarben 2 Ordnung, Pastellfarben, getrübten Farben und unbunte Farben.
up Farbharmonien kleiner Kontraste Dies sind Farbkombinationen, die sich nur durch leichte Farbveränderung voneinander unterscheiden. Es gibt Harmonien im Gleichklang, Harmonien verwandter Farben und Harmonien der Nachbarfarben.
up Farbharmonien großer Kontraste Dies sind Farbkombinationen, die sich durch starke Farbveränderungen voneinander unterscheiden.
Es gibt Primärkontraste, die man objektiv feststellen kann, wie Komplementärkontrast, Farb-an-sich-Kontrast, Farbe-Nichtfarbe-Kontrast, Mengenkontrast, Qualitätskontrast und Helligkeitskontrast; und es gibt Sekundärkontraste, die durch die Wirkung auf die Psyche bestimmt werden, wie Temperaturkontrast, Aktiv-Passiv-Kontrast, Nah-Fern-Kontrast und Stofflichkeitskontrast.
up Subjektiver Betrachter Auge Die Erscheinung einer Farbe ist nicht stets gleich. Das Auge läßt sich beeinflussen von:
der Lichtquelle mit Ihrem Spektrum
der Lichtintensistät, denn bei schwachem Licht erkennt es überhaupt keine Farbe
der Farbe der Nachbarschaft, denn Farben erhalten Ihre Wirkung vor allem durch die Beziehung von Farbe zu Farbe. Um das Auge zu entlasten erfindet es eine weitere Farbe oder Farbmischung. Man unterscheidet zwischen Simultankontrast bunter Farben, Simultankontrast Weiß und Sukzessikontrast
up Farbenklänge Je nach Anzahl der zusammengefügten Farben unterscheidet man verschiedene Farbklänge. Es gibt: Gleichklang, Zweiklang, Dreiklang und Vierklang. Die hier angesprochenen Beispiele der Farbharmonien sollen als Grundlage dienen.
up Farbstimmungen Der Mensch reagiert auf Farben durch Gefühle und Stimmungen. Die Farben der Gestaltung sind deshalb sehr bewußt zu wählen und auf die gewünschte Aussage hin abzustimmen. Die Eigenschaften der Farben wie Farbton, Helligkeit, Reinheit entscheiden über die Farberscheinung (äußere Wahrnehmung), Farbstimmung (Gefühlswahrnehmung) und Wirkung innerhalb einer Farbenkombination.

Man unterteilt die Farben grob in die Gruppen Warm, Strahlend, Kühl, Statisch und Neutral.
up Farbensymbolik Farben sind Symbole für abstrakte Begriffe wie Freiheit oder Glück, Trauer oder Macht, Freude oder Besinnlichkeit.

Gelb, Goldgelb, Orange, Kreß, Rot, Purpur, Violett, Ultramarinblau, Blau Türkis, Grün, Maigrün, Braun, Schwarz, Grau, Weiß, Rosa, Pastellviolet, Hellblau
up Strukturen - Oberflächen Die Struktur ist die Oberflächenwirkung, ausgehend von der Stofflichkeit des Werkstoffes und der Beschaffenheit der Oberfläche der Gestaltungsmittel. Je nach dem Aufbau eines Blattes und dem Gefüge seiner Oberfläche kann es rustikal, flauschig (samtig, wollig), seidig, porzellanartig oder metasllisch wirken.
up Jahreszeitentheorie Tag für Tag zeigt die Natur, wie sich Farben harmonisch kombinieren lassen. Weil der Mensch seit undenklichen Zeiten im Anblick dieser Harmonie lebt, erfreut sie ihn mehr als andere Farbeffekte.

Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Farben, die immer zusammen passen. Der Grund dafür ist, daß in jeder Jahreszeit eine Basisfarbe dominiert. Im Frühling ist es Gelb, im Sommer Blau, im Herbst Rot und im Winter wieder Blau.
 
 
Anordnungslehre
 
Bei der Anordnungslehre geht es um
Gestaltungsarten:
Reihungen: Gestaltungen, die sich nur in einer Richtung entwickeln
Flächengliederungen: Gestaltungen, die sich in zwei Richtungen (Länge, Breite) entwickeln
Gruppierungen: Gestlatungen, die sichin alle drei Richtungen (Länge, Breite, Höhe) entwickeln

und Gestaltungsprinziepien:
Gliederung: symmetrisch <> asymmetrisch
Gruppengesetzte der Beschränkung und Rangordnung
Proportionen
 
up Reihungen Man unterscheidet zwischen stetiger Reihe, abgestufter Reihe und Rhythmischer Reihe
up Flächengliederungen Unter Flächengliederung versteht man den Aufbau und das Ordnen von Teilen zu einem Ganzen in den Raumrichtungen Breite und Tiefe (zweidimensional). Zum Gliedern von Flächen gibt es 4 Möglichkeiten:
Regelmäßige Streuung
Streuung mit Verdichtung
Flächenteilung durch Streuung (strukturieren) und
Wiederholung von Reihen.
up Gruppierungen Unter einer Gruppierung versteht man eine räumliche Gestaltung. Man versucht Teilformen zu einem neuen wirkungsvollen Ganzen zusammenzufügen, sie können sich in Farbe, Form, Größe, Wechsel usw. unterscheiden, müssen es aber nicht. Es gibt die geschlossene Gruppe, die aufgelockerte Gruppe und die Gruppierung getrennter Teile (symmetrische Gliederung, asymmetrische Gliederung).
up Symmetrische Gliederung Symmetrie = Gleichmaß
up Asymmetrische Gliederung Asymmetrie = Ungleichmäßigkeit
 
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